
Sechseinhalb Wochen Sommerferien sind für viele berufstätige Eltern jedes Jahr eine organisatorische Herausforderung. Denn der eigene Urlaub reicht nicht aus, um die gesamte schulfreie Zeit der Kinder abzudecken. Gefragt sind deshalb Lösungen – innerhalb der Familie, durch Ferienangebote und zunehmend auch durch Arbeitgeber.
Für Kinder bedeuten Ferien vor allem freie Zeit. Für ihre Eltern beginnt oft schon Wochen vorher die Planung: Wer übernimmt welche Tage? Können die Großeltern einspringen? Welche Ferienangebote gibt es? Und wie lassen sich die übrigen Wochen mit dem Arbeitsalltag vereinbaren?
Meist braucht es mehrere Bausteine, um die Sommerferien zu überbrücken. Die Ferien treffen dabei auf einen Alltag, in dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Eltern ohnehin anspruchsvoll ist. Der aktuelle Familienbericht Nordrhein-Westfalen zeigt das deutlich: Jede fünfte erwerbstätige Mutter mit einem Kind im Grundschulalter berichtet von starken Konflikten zwischen beruflichen und familiären Anforderungen.
Kathrin Harlacher kennt diese Herausforderung aus eigener Erfahrung. Seit drei Jahren arbeitet die 42-jährige Oecotrophologin nun bei BEWITAL agri im Qualitätsmanagement und übernimmt darüber hinaus Aufgaben im Energiemanagement für die Unternehmensgruppe. Als ihr Sohn Fyn noch den Kindergarten in Borken besuchte, ließen sich die Schließzeiten der KiTa auch mit ihrem alten Job in Düsseldorf relativ gut auffangen. „Mit dem Schulbeginn wurde die Organisation anspruchsvoller“, so Kathrin Harlacher:
„Die Ferien sind für viele Familien dabei nur die Spitze des Eisbergs. Gerade mit dem Eintritt in die Grundschule wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Eltern zur dauerhaften organisatorischen Herausforderung. Betreuungszeiten, Unterrichtsausfälle und lange Ferien müssen mit dem Berufsalltag in Einklang gebracht werden.“ Dass die Familie in der Nähe lebt, war für Harlacher dabei immer ein großer Vorteil.Wenn etwas war, konnte meistens jemand einspringen. „Ohne Familie im Hintergrund wäre das deutlich schwieriger gewesen“, sagt sie. „Trotzdem muss man sich jedes Jahr wieder überlegen, wie man die Ferien organisiert. Und man fragt sich auch: wie können die Familien, die ohne Unterstützung vor Ort sind, das überhaupt leisten?“
Genau hier sieht Kathrin Harlacher auch Politik und Gesellschaft in der Verantwortung: „Während von Unternehmen zu Recht erwartet wird, gute Rahmenbedingungen für berufstätige Eltern zu schaffen und Frauen den Weg in Fach- und Führungspositionen zu ermöglichen, braucht es gleichzeitig verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuungsstrukturen und ein grundsätzliches Zusammenspiel von Politik, Gesellschaft und Arbeitgebern.“
Unternehmen können Entlastung bieten, aber keine vollumfassenden Lösungen
„Wir wissen, dass viele Familien in den Ferien jedes Jahr neu überlegen müssen, wie sie die Betreuung organisieren können und dass die vorhandenen Möglichkeiten nicht immer zufriedenstellend sind“, sagt Yvonne Brüninghoff, Personalleitung der BEWITAL Unternehmensgruppe. „Als Arbeitgeber können wir nicht alle Herausforderungen allein lösen. Aber wir möchten dort unterstützen, wo wir es können, und mit der Ferienbetreuung zumindest einen Teil des Drucks aus dem Familienalltag nehmen.“
Die BEWITAL Unternehmensgruppe hat deshalb auch in diesem Jahr für die Kinder ihrer Mitarbeitenden zwei Wochen lang eine eigene Sommerferienbetreuung organisiert. Als Harlacher kurz nach ihrem Wechsel zu BEWITAL von der Möglichkeit erfuhr, war die Freude deshalb groß. „Ich habe tatsächlich direkt meiner Familie geschrieben“, erzählt sie. „Für uns war das eine echte Entlastung und gleichzeitig eine schöne Ergänzung für Fyn zu dem, was wir in den Ferien privat unternehmen.“ Auch das Unternehmen versteht das Angebot ausdrücklich als einen Baustein und nicht als vollständige Lösung.
Zwei Wochen, die Entlastung schaffen
Fyn hat inzwischen zum dritten Mal an der Ferienbetreuung teilgenommen. Mit elf Jahren ist er mittlerweile durchaus einige Stunden auch mal gern allein zu Hause. Trotzdem schätzen beide die Ferienbetreuung. „Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass er nicht den ganzen Tag allein ist. Wenn Fyn erzählt, was sie gemacht haben, merkt man schon: Langweilig wurde es nicht“, sagt Harlacher.
Die Betreuung fand über zwei Wochen jeweils von 8 bis 14:15 Uhr statt, an einzelnen Ausflugstagen auch länger. Auf dem Programm standen gemeinsame Frühstücke, Bastel- und Sportaktionen sowie verschiedene Ausflüge. Unter anderem besuchten die Kinder die Forschermühle in Stadtlohn und den Frankenhof. Auch die Arbeitsplätze ihrer Eltern lernten sie kennen. Für Kathrin Harlacher liegt der Wert des Angebots allerdings nicht allein im Programm.
„Ich rechne es meinem Arbeitgeber hoch an, dass er mit der Ferienbetreuung ganz konkret eine Lücke schließt. Ich kann mich bei der Arbeit auf meine Aufgaben konzentrieren und weiß gleichzeitig: Fyn ist gut versorgt und hat eine schöne Zeit.“
Für sie hat das Angebot noch einen weiteren schönen Effekt. Denn bei der Ferienbetreuung treffen nicht nur Kinder aufeinander, sondern die Familien der Kolleginnen und Kollegen: Kinder lernen sich kennen, Eltern begegnen sich beim Bringen und Abholen und beim nächsten Familienfest gibt es bereits viele bekannte Gesichter. Das, findet Kathrin Harlacher, passe gut zu der familiären Atmosphäre, die sie auch im Unternehmen erlebt.


Besuche, zum Beispiel bei der örtlichen Polizei oder im Tierpark Frankenhof, stehen bei den BEWITAL Ferienfreizeiten ebenso auf dem Programm wie der Besuch bei der BEWITAL Unternehmensgruppe. So können die Kinder die Arbeit der Elternteile genau kennenlernen und tauchen einen Ferientag lang in die BEWITAL-Welt ein.